Tag Archive: Naschmarkt



Auf dem Naschmarkt findet man nicht nur kulinarische Köstlichkeiten, man kann dort auch aktuelle Texte kennenlernen. Beim nächsten Textstand stellt Julya Rabinovich ihr aktuelles Buch vor:

  • Obst, Gemüse und Literatur bietet der Wiener Naschmarkt. Foto: – Alexander Kirk – Creative Commons

    Sie muss sich einer Herzoperation unterziehen. Ihr Mann, im Beruf als Manager erfolgreich, bringt sie ins Krankenhaus. Nach der Operation ist in ihrem Leben nichts mehr so, wie es früher war. Das ist die Ausgangssituation von Julya Rabinowichs Herznovelle.
    Sie findet sich in ihrem Leben nicht mehr zurecht. Gejagt von der Sehnsucht, erneut mit dem Mann in Kontakt zu treten, der sie gerettet hat, täuscht sie einen Herzanfall vor. Sie wird neuerlich ins Krankenhaus aufgenommen. Begegnet jenem Mann, der ihr Herz in Händen gehalten hat. Stellt ihm nach – eine Variante von Stalking.

    Julya Rabinowich breitet in ihrer Novelle gnadenlos das verwirrende Innenleben einer Frau aus, die sich in einer psychischen Ausnahmesituation befindet. Wirklichkeiten verschieben sich. Die Protagonistin verliert die Kontrolle über sich.

    Dabei wechseln Traumsequenzen mit lyrischen Passagen in einem Text über die Sehnsucht nach dem Leben vor dem Tod. Rabinowich gelingt es, das von der Trivialliteratur okkupierte Milieu des Arzt- und Krankenhausbereichs auf die Ebene einer der kunstvollsten literarischen Gattungen – der Novelle – zu retten, wobei die Schriftstellerin einen „eleganten, stellenweise herrlich ironischen Stil“ (Christian Schacherreiter) verwendet.

Julya Rabinowich: Herznovelle, Deuticke, Wien, ISBN 978-3-552-06158-3

Zeit und Ort

Montag 6. 8. 2012, 19.00 Uhr
1060 Wien, Naschmarkt, Yumi (vormals Pineapple), Stand 87 (vis à vis Linke Wienzeile 6, in der Nähe von Nordsee)

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Auf dem Naschmarkt findet man nicht nur literarische Figuren wie die Frau Sopherl, man kann dort auch aktuelle Texte kennenlernen. In ein paar Tagen findet am Textstand die nächste Lesung statt, bei der zwei Bücher vorgestellt werden:

  • Während des Nationalsozialismus geboren, gehört Frau Hermi der Wirtschaftswunder-Generation an, die ihren Lebensabend als Witwe in einer Gemeindebauwohnung verbringt und über nicht unbeträchtliche Ersparnisse verfügt. Das weckt rasch Begehrlichkeiten bei den betreuenden Kräften Jiri und Draga…

Beppo Beyerl: Die alten Leiden der Frau Hermi, Edition Mokka, Wien, ISBN 978-3-902693-28-0

  • Schon die psychische und physische Ausstattung der Eltern lässt für den jungen Alois Faistenzeck wenig Gutes erhoffen. Die Katastrophe des Ersten Weltkriegs und die Wirren der Ersten Republik tun das Ihre, um seinen Lebensweg mit Fußangeln und Missgeschicken zu pflastern.

    Nie Subjekt seiner Geschichte, bleibt er ein Gebeutelter und Getriebener, der sich immer tiefer im Labyrinth des Unglücks verläuft. Sprachgewaltig inszeniert Thiel das Leben und Sterben eines „kleinen“ Menschen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Geschichte von persönlichen und kollektiven Kalamitäten.

Georg Thiel: Im Labyrinth des Unglücks, Sonderzahl Verlag, Wien, ISBN: 978-3-85449-328-0

Zeit und Ort

4. 6. 2012, 19.00 Uhr
1060 Wien, Naschmarkt, Yumi (vormals Pineapple), Stand 87 (vis à vis Linke Wienzeile 6, in der Nähe von Nordsee)


© August Stauda

Der Fotograf August Stauda eröffnete 1885 sein Atelier auf der Wieden. 1898 erhielt er den Auftrag, die Alt-Wiener Häuser in allen Bezirken und Vororten für das Wiener Städtische Museum zu dokumentieren. Dabei entstand 1901 die Aufnahme des Hauses Kleine Neugasse 9, genannt Löwenhaus. Es befand sich gegenüber dem Schluwi.

1902 übersiedelte der Naschmarkt an seinen heutigen Platz und lag damit zur Hälfte in Mariahilf und zur Hälfte in der Wieden. 2009 wurden die Bezirksgrenzen neu gezogen. Seither gehört der Naschmarkt gänzlich zum 6. Bezirk. Schade, eigentlich.

1905 errichtete Carl Wollek den Mozartbrunnen auf dem Mozartplatz, der an die Uraufführung der Zauberflöte 1791 im Freihaustheater erinnert.

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