Das sind acht Sechzehnerblech. Bei Frage 10 geht es aber um Seidln... (Foto: Gryffindor - Creative Commons)

Das sind acht Sechzehnerblech. Bei Frage 10 geht es aber um Seidln… (Foto: Gryffindor – Creative Commons)

Zu den Weihnachtsfeiertagen hat man ja Zeit. Daher kommen hier ein paar Fragen für alle, die im Oktober nicht dabei waren. Frage 14 und 16 stehen allerdings nur zur Dokumentation hier…

1. Deutsch: Just an dem Tag, an dem wir uns zur Besprechung über die Fragen zusammengesetzt haben, hat der Felix Baumgartner seinen Rekordsprung gemacht und vier Weltrekorde gebrochen: höchste bemannte Ballonfahrt, höchster Absprung, größte im freien Fall erreichte Geschwindigkeit, längster freier Fall in Metern gerechnet (nicht in Minuten, das hat er nicht geschafft). Ein Sprung der Superlative, sozusagen, und das hat die Kristl zur folgenden Frage inspiriert:
Adjektiva und Adverbien kann man ja steigern. Groß, größer, am größten; lang, länger, am längsten oder tief, tiefer, am tiefsten. Die höchste Steigerungsstufe ist der Superlativ.
Wie nennt man die mittlere Steigerungsstufe, also „gebildeter“, „klüger“ oder einfach „besser“? Wir wollen keine deutsche Bezeichnung wie „Mehrstufe“ oder „Höherstufe“, wir sind da schon anspruchsvoller, wir wollen das lateinischere Wort.

2. Kulinarik: Der Superlativ wird uns heute noch öfter begegnen. Ein Massenbesäufnis der Superlative ist das alljährliche Oktoberfest in München, es ist das größte Volksfest der Welt, heuer waren rund 6,5 Millionen Besucher dabei. Dass dabei viel Bier konsumiert wurde, davon können wir ausgehen; wie viele Weißwürscht gegessen wurden, wissen wir nicht. Trotzdem ist die Weißwurst unser heutiges Kulinarikthema: Was ist der Hauptbestandteil einer original Münchner Weißwurst? Kalbfleisch, Lammfleisch oder Hirn?

3. Sport: Der Baumgartner macht einen Rekordsprung, das ist eine Gelegenheit für eine Sportfrage. Der Felix Baumgartner ist ja vorher schon von allen möglichen Gebäuden und so runterghupft. Es gibt so Leute, die von festen Objekten wie Gebäuden, Brücken und dergl. runterspringen, obwohl sie keine akuten Selbstmordabsichten haben, vielleicht latente, das weiß ich nicht, aber weil sie sich eigentlich grad nicht umbringen wollen, verwenden sie einen Fallschirm dazu. Die Bezeichnung für solche Leute ist unterschiedlich, manche sagen, das sind mutige, sportbegeisterte Menschen, andere würden eher von Verrückten sprechen. Aber das ist subjektiv.
Wie heißt die Sportart, bei der Menschen mit Fallschirm von Gebäuden springen, also die Sportart, die der Felix Baumgartner bisher schon betrieben hat?

4. Geographie: Als Land der Superlative werden ja manchmal die USA bezeichnet. Immerhin leben dort einige der reichsten Menschen der Welt. Wenn man den größten Bizeps hat und das schlechteste Englisch aller Schauspieler spricht, kann man‘s dort zum Gouverneur bringen. Und einige der dämlichsten Leute, die uns so einfallen würden, sind dort in der Vergangenheit schon Präsident geworden.
Es ist übrigens jetzt genau 520 Jahre her, am 12. Oktober 1492, da haben die Indianer den Christoph Kolumbus entdeckt, nämlich auf ihrem Privatstrand, und waren leider zu freundlich, als dass sie ihm gesagt hätten, er soll sich gleich wieder über die Häuser hauen. Das hatte weitreichende Folgen, Millionen europäischer Gastarbeiter haben den Kontinent überschwemmt und einige Staaten gegründet, und diese Staaten haben natürlich auch Hauptstädte.
Wie heißen die Hauptstädte von Kanada, Guatemala und Chile?

5. Kultur: Mit einer Kulturfrage kommen wir in den Oktober 1812, vor zweihundert Jahren, da ist der Russlandfeldzug von Napoleon gescheitert. Die französische Grande Armée hat am 19. Oktober den Rückzug aus dem brennenden Moskau angetreten. Um wieder beim Superlativ zu bleiben, sei erwähnt, dass die Grande Armée die bis dahin größte Armee der Geschichte war. Von den über 600.000 Soldaten sind in den folgenden Monaten nur etwa 80.000 zurückgekommen, aber als Kaiser Napoleon in Paris eintraf, wurde ein Bulletin veröffentlicht, das mit dem Satz schloss: „Die Gesundheit Seiner Majestät war nie besser.“ 
Dieser Angriff auf Russland wurde auch musikalisch umgesetzt, in der Ouvertüre 1812. Nicht ganz den Tatsachen entsprechend, weil die Ouvertüre schildert – nur mit Ausdrucksmitteln der Musik natürlich ‑, wie die Franzosen dreimal gegen Moskau anrennen und dreimal zurückgeworfen werden. In Wirklichkeit haben sie Moskau gleich beim ersten Mal besetzt, weil es gar nicht verteidigt wurde.

6. Sex: Multiple Choice Frage: Eine, zwei oder alle drei Antworten können richtig sein:
a) Bei zusätzlicher Benutzung von Gleitmitteln ist darauf zu achten, daß keine öl‑ oder fetthaltigen Gleitmittel wie Massageöl, Vaseline oder Backfett verwendet werden, da diese das Kondom beschädigen.
b) In Bayern gilt seit dem Jahre 2001 ein „Kondomzwang“ für weibliche wie männliche Prostituierte und deren Freier (§ 6 Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten).
c) Entgegen anderslautender Pressemeldungen enthalten Kondome laut mehrerer Studien keine gesundheitsgefährdenden Mengen an krebserregenden Nitrosaminen.
d) Im Ersten Weltkrieg haben die meisten kriegführenden Staaten Kondome an ihre Soldaten verteilt, um den Ausfall durch Geschlechtskrankheiten zu reduzieren.

7. Religion: Allerheiligen steht vor der Tür, das bietet sich für die Relifrage natürlich an. Der Staat, wo sicherlich am meisten Kuchen und Zuckerwerk zu Allerheiligen konsumiert wird, ist sicherlich Mexiko. Dort wird zu Allerheiligen ein richtiges Fest gefeiert, einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an dem in Mexiko traditionell der Verstorbenen gedacht wird. Ein Fest, das wohl vor allem den Kindern Spaß macht, mit Skeletten aus Pappmaché und Süßigkeiten in Form von Totenschädeln.
Wie heißt das Fest, das zu Allerheiligen in Mexico gefeiert wird? Auf spanisch bitte oder in einer wörtlichen Übersetzung ins Deutsche. Sinngemäße Übersetzung reicht nicht, denn die hieße ja schlicht Allerheiligen.

8. Kunst: Wir haben den Eindruck, dass ihr unsere Religionsfragen mögt, und deshalb haben wir heute eine zweite Frage, die mit Religion zu tun hat. Die Katholische Kirche hat ja derzeit ein wichtiges Jubiläum, denn vor fünfzig Jahren, im Herbst 1962, fand das Zweite Vatikanische Konzil statt, das einschneidende Veränderungen mit sich gebracht hat und als das wichtigste kirchliche Ereignis im Zwanzigsten Jahrhundert bezeichnet wurde. Wir wollen uns aber nicht mit dem Konzil und seinen Folgen beschäftigen, sondern mit religiöser Kunst. Solche künstlerischen Darstellungen haben bestimmte Motive des religiösen Mythos, der religiösen Erzählungen zum Inhalt, und häufig wiederkehrende Motive bekommen dann oft einen Namen, so zum Beispiel die Pietà.
Was stellt eine Pietà dar, was ist da zu sehen?

9. Film: Wir fahren wieder fort mit dem Superlativ und wir bleiben bei der Kunst. Manchmal ist es eine Kunst, etwas so schlecht zu machen, daß man einen Preis dafür kriegt. Solche Preise gibt es in der Filmindustrie, zum Beispiel den Golden Turkey Award.

Wir wollen von euch den schlechtesten Regisseur aller Zeiten wissen. Den braucht ihr nicht erst zu küren, den Preis dafür hat er schon bekommen für den schlechtesten Film aller Zeiten. Die Kristl hat gesagt, ich darf den Film nicht nennen, weil die Frag eh schon so leicht ist, es war ein Schience-Ficiton-Film, andere Filme dieses Regisseurs darf ich vielleicht dazu sagen, er hat zum Beispiel „Die Rache des Würgers“ und „Final Curtain“ gedreht.
Es gibt einen Film über ihn, den Regisseur nämlich, mit Johnny Depp in der Titelrolle.
Wie heißt er? Als Vorname reicht uns der Spitzname.

10. Etymologie: Wir kommen zu einer Bierfrage. Nein, es ist eine Etymologiefrage.
Der äußere Anlaß dazu liegt im Jahre 1842, als am 05. Oktober in der böhmischen Stadt Pilsen der ersten Sud Bier nach Pilsner Art gebraut wurden (vom Braumeister Josef Groll). Heute ist das Pils vor allem in D sehr beliebt, wir in Ö trinken lieber Märzenbier. Und wir trinken es als Krügl oder Seitl und manchmal auch als Pfiff, den erwähne ich vor allem wegen des Superlativs, weil es ja das kleinste gängige Hohlmaß zum Bierausschank ist. Das Wort Pfiff kommt von Pfeifen, weil das Bier halt ins Glas pfeift oder so; und Krügerl kommt von Krug, das ist klar.
Woher kommt das Wort Seitl (Seidl, Seiterl)?
a) Weil die Wirte es auf die Seite gestellt haben, damit sich der Schaum setzt
b) Vom lateinischen Wort „situla“, das heißt „Kübel“ oder „Eimer“
c) Vom Namen des Bier-Städtchens Seitingen im Landkreis Tuttlingen bei Freiburg
d) Weil man mehr seitwärts als vorwärts geht, wenn man zuviel davon getrunken hat.

11. Medizin: Zum Thema Superlativ ist der Kristl Stadt Saporischja in der Ukraine eingefallen, die hat nämlich den längsten Boulevard Europas, den 12 Kilometer langen Leninboulevard, das größte Atomkraftwerk der Ukraine und auch die schlechteste Luft der Ukraine, das will was heißen.
Schlechte Luft macht die Leute krank, kränker, am kränksten und so kommen wir jetzt zu einer Medizinfrage. Das war die am weitesten hergeholte Einleitung des heutigen Abends.
Aber wir bleiben auch bei der Medizin bei einem Superlativ, konkret einem biologischen oder physiologischen Superlativ, und fragen euch:
Welches Organ im menschlichen Körper verbraucht die meiste Energie?

12. AbKü: Und zur Abwechslung wieder mal eine Frage mit einem historischen Anlass. Man sollte es ja nicht glauben, was so alles im Oktober passiert ist, mit einem runden oder halbrunden Jubiläum. Auch im Jahr 1922, da hat Mussolini im Oktober seinen Marsch auf Rom gemacht und der Faschismus hat in Italien die Macht übernommen. Naja. Karl Kraus hat einmal gesagt, zu Hitler fiele ihm nichts ein. Mir ist zu Mussolini nichts eingefallen, jedenfalls keine Frage. Aber es gab ja noch was Anderes, zum Beispiel wurde am 18. Oktober 1922 in London der Radiosender BBC gegründet.
Wofür steht die Abkürzung?

13. Geschichte: Und jetzt in den Oktober 1962, ein Monat der Superlative! Die Beatles, die zumindest kommerziell erfolgreichste Band aller Zeiten, haben ihre erste Single veröffentlich, „Love me Do“, und der erste James Bond Film, „James Bond jagt Dr. No“, hatte Premiere – James Bond, der eifrigste staatlich finanzierte Schürzenjäger vor Silvio Berlusconi.
Und die Welt stand knapp vor einem Atomkrieg, denn damals war die Kubakrise. Die Sowjets haben Raketenstützpunkte in Kuba aufgebaut, was den Amis gar nicht gefallen hat, und dreizehn lange Tage mußten die Menschen Angst haben, dass der Kalte Krieg ordentlich heiß wird. Dann haben die Russen eingelenkt und ihre Transportschiffe wieder zurück beordert.
Wer waren die beiden Präsidenten damals, der von den USA und der von der UdSSR? Beide Herren (es waren Männer, soviel sei hiermit verraten) haben mehrere Vornamen, der erste reicht uns, und dann natürlich der ZN. Wie immer: Falls ihr mehrere VN aufschreibt, müssen natürlich alle stimmen.

14. Alltag: An jedem ersten Samstag im Oktober ist Zivilschutzprobealarm, und auch heuer wieder haben in ganz Österreich zu Mittag die Sirenen geheult. Wir wollten euch zuerst fragen, was die einzelnen Signale bedeuten, sind aber dann draufgekommen, daß das kaum wer weiß. Das SchluWi nimmt seinen Bildungsauftrag ernst, also möchte ich euch hiermit davon informieren:
Erstens: Ein dreiminütiger Dauerton heißt Warnung, er kündigt eine herannahende Gefahr an. Die Bevölkerung wird aufgefordert, Radio- oder Fernsehgerät einzuschalten und die dort bekanntgegebenen Anordnungen zu beachten.
Zweitens, das Alarmsignal: besteht aus einem auf- und abschwellenden Ton von einer Minute und bedeutet unmittelbare Gefahr: schützende Räumlichkeiten aufsuchen, Radio einschalten (was natürlich nicht mehr notwendig ist, weil das habt ihr ja schon beim Dreiminutenheulen gemacht) und die über die Medien durchgegebenen Verhaltensmaßnahmen befolgen. (Der wesentliche Unterschied: Bei Warnung muss man sie beachten, bei Alarm befolgen.)
Drittens: Das Ende der Gefahr wird mit einem einminütigen Dauerton angezeigt. Mögliche Einschränkungen im täglichen Lebenslauf werden über Medien durchgegeben.
So, nun wisst ihr es genau, also bitte lebt danach. Wir haben eine Zuordnungsfrage für euch, und zwar eine akustische. Ich spiele euch jetzt in Zufallsreihenfolge die Martinshörner der Einsatzkräfte vor und ihr sollt sie zuordnen zu Feuerwehr, Rettung und Polizei.
(Wir spielen drei Signaltöne vor.) Frage: Welcher Ton stammt von der Polizei?

15. NaWi / Mathematik: Noch einmal zum Superlativ, diesmal in der Mathematik, da ist es wohl die Unendlichkeit. Das war die kürzeste Einleitung des heutigen Abends, denn ich komme gleich zur Frage:

16. Film / Musik: Wir haben wieder eine Kennmelodie für euch. Diesmal ist es eine Fernsehserie. Aus dieser Serie wurde ein sogenannter spin-off ausgekoppelt, auf deutsch heißt das ein Ableger, es wurde also für eine Nebenfigur aus dieser Serie eine eigene Fernsehserie geschaffen, wo diese Figur dann die Hauptfigur war. Wir wollen von euch den Titel dieser zweiten Serie wissen. (Wir spielen die Kennmelodie vor.)

17. Gschichtl oder Geschichte: Die letzte Frage; der letzte Superlativ, mit dem wir uns heute beschäftigen – und das ist der Tod. Das ewige Leben oder die vollständige Auflösung, wer weiß das schon.
Wir kommen wieder zu unserer Kategorie „Gschichtl oder Geschichte“. Die 50:50-Chance – Ist die folgende Geschichte wahr oder ist sie frei erfunden?

Die Leichenrohrpost
Der Wiener liebsten Feiertage kommen, Allerheiligen und Allerseelen, und auch heuer werden wieder große Menschenmengen aus der Stadt nach Simmering zum Zentralfriedhof hinausfahren.
Heute fährt man ja mit der Tramway oder dem Auto, aber nach der Eröffnung des Zentralfriedhofs im Jahre 1874 musste der Weg mit Pferdefuhrwerken bewältigt werden. Das war vor allem bei Schlechtwetter ein Problem, im Winter kam es öfter vor, daß so ein Fuhrwerk im Schnee steckenblieb. Bis zu hundert Leichenzüge waren täglich auf der Simmeringer Hauptstraße unterwegs, und bei aller Vorliebe der Wiener für den Tod scheint dieser endlose Trauerzug den Anrainern doch aufs Gemüt geschlagen zu haben.
Deshalb wurden Alternativen gesucht. Der Architekt Josef Hudetz und der Techniker Franz von Felbinger entwarfen das Konzept der „pneumatischen Leichenbeförderung“. Das sah so aus: Zwischen dem Friedhof und einer zentral gelegenen Halle für Beerdigungsfeiern wird ein Tunnel gebaut. Aus dieser Leichenhalle wird der Sarg auf einen Transportwagen in den Tunnel hinuntergelassen, und dann sollte eine 150 PS starke Dampfmaschine den beladenen Wagen mit Luftdruck durch die Röhre zum Friedhof schießen. Die Erfinder meinten, man könne auf diese Weise innerhalb von zehn Minuten vier Särge zum Zentralfriedhof bringen – mit einer überdimensionalen Rohrpost durch einen Tunnel ohne Wiederkehr.
Die Stadtverwaltung lehnte das Projekt ab, weil die Kosten zu hoch waren und auch aus Gründen der Pietät. Statt dessen aber gab sie bei Herrn von Felbinger eine Rohrpostanlage für den ganz normalen Wiener Posttransport in Auftrag.
Trug sich diese Geschichte wirklich so zu, oder haben wir sie erfunden?

Auflösungen
Die Auflösungen findet ihr hier.

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