Tag Archive: Kunst



Frans Hals: Der fröhliche Trinker (ca. 1582)

Die schweren Zeiten

Ach, ach, wie sind die Zeiten schwer,
Man möchte bald vergehen!
Flink Wein daher, flink Wein daher,
Daß wir sie überstehen!
Flink Wein daher, flink Wein daher,
Daß wir nicht gar vergehen!

Der Wein hat Schultern groß und stark,
Wirft Sorg‘ und Plag‘ und allen Quark,
Mit Saus und Braus
Zum Haus hinaus!

August Kopisch (1799-1853) , deutscher Historienmaler und Schriftsteller.

Anmerkung: Ein Wiener hätte selbstverständlich nicht von Quark schreiben können. Die korrekte Form Topfen reimt sich jedoch auf Hopfen, weshalb ein Wiener Autor aus demselben Material wohl ein Biergedicht verfasst hätte…


Trinkers Entschuldigung

Friedrich Wilhelm von Schadow: Porträt von Immermann

Friedrich Wilhelm von Schadow: Porträt von Immermann

Wenn mir das Haupt ein wenig toll,
Wenn mir die Füße taumeln,
Da schreit ihr gleich schon wieder voll!
Seht nur den Säufer schwaumeln!

Ich trinke, trinke, ihr habt Recht —
Und steck‘ in nassen Häuten;
Doch daß ihr schmäht, ist äußerst schlecht,
Pfui! Pfui euch harten Leuten!

Muß ich denn nicht zu eurem Schutz
So oft mich innen baden?
Und muß ich nicht zu eurem Nutz
Mir selbst durch Zechen schaden?

Den Brand hab‘ ich im Leibe, wißt!
Seit meiner Jugend Tagen,
Der stündlich im Begriffe ist,
Aus mir heraus zu schlagen.

Merk‘ ich die Hitze, greif ich schnell
Mit meinen beiden Händen
Nach allem Nassen, was zur Stell‘,
Um Feu’rsbrunst abzuwenden.

Ein ganz vertrackter Teufelsbrand!
Das Wasser macht ihn bunter;
Wein: ächter Jahrgang, gutes Land,
Der hält ihn eben unter.

So eben unter, daß er nicht
Die ganze Stadt verheeret;
Daß er an mir, mir armen Wicht,
Nur innen schwehlt und zehret.

So hab‘ ich fürs gemeine Wohl
Mich tausendmal betrunken:
Daß euren Spott der Henker hol‘!
Wie tief seyd ihr gesunken!

Es wär‘ viel besser, wie mir däucht —
Erwägt’s beim nächsten Mosten,
Ihr hieltet mich beständig feucht
Auf öffentliche Kosten!

Karl Leberecht Immermann (1796-1840)

Karl Leberecht Immermann war ein deutscher Schriftsteller, Lyriker und Dramatiker


Weil das Quizteam weder Mühen noch Kosten und ansonsten sowieso nichts scheut, machten sich Elke und Manuela auf nach Kassel, um sich über die aktuelle Kunst zu informieren. Anhand der Fotos könnt ihr ihre verschlungenen Wege verfolgen…


(Vergrößern per Klick)

Manuela hat sich diesmal etwas Spezielles für die beliebte Heimhörerfrage herunterladen. Gesucht ist der Künstler, der diese seltsame Büste geschaffen hat. Am besten, ihr ladet euch das Bild herunter und grübelt darüber nach.

Das Blatt mit der Antwort und eurem Namen gebt ihr beim 18. Schluwiquiz am 30.9.2012 persönlich ab. Aus den richtigen Lösungen wird die Gewinnerin / der Gewinner gezogen.

Der Preis besteht diesmal in einer CD.


Hier kann man die beliebte Heimhörerfrage herunterladen. Gesucht ist diesmal der Maler des Gemäldes, aus dem dieser Bildausschnitt stammt.

Das ausgefüllte Blatt gebt ihr beim 17. Schluwiquiz am 26.8.2012 persönlich ab. Aus den richtigen Lösungen wird die Gewinnerin / der Gewinner gezogen.

Der Preis besteht wie – fast – immer in einem Buch.

***

Update am 27.8.: Der gesuchte Maler ist Paul Klee.

Das vollständige Bild seht ihr, nach einem Klick auf die Vorlage rechts.


Ob es an der Piratenpartei liegt, dass Piratenlyrik in diesem Blog gerne gelesen wird, wissen wir nicht. Das Piratengedicht des Kollektivs Leiwand gehört auf alle Fälle zu den beliebtesten Beiträgen des Schluwiblogs. Daher stellen wir heute ein weiteres Poem dieser Gattung als Sommerlektüre vor.

Der türkische Pirat Khair ad-Din (Barbarossa) begann als freischaffender Pirat. Später wurde er von Sultan Süleyman als Oberbefehlshaber der osmanischen Mittelmeermarine angestellt. 1538 besiegte er die Flotte der Heiligen Liga unter Andrea Doria bei Preveza (Griechenland). Das Bild entsprang der Phantasie von Ohannes Umed Behzad (1866)

Chanson De Pirates

Pirates‘ Song

Victor Hugo

Victor Hugo

Nous emmenions en esclavage

Cent chrétiens, pêcheurs de corail;

Nous recrutions pour le sérail

Dans tous les moûtiers du rivage.

En mer, les hardis écumeurs !

Nous allions de Fez à Catane…

Dans la galère capitane

Nous étions quatre-vingts rameurs.

*

On signale un couvent à terre.

Nous jetons l’ancre près du bord.

A nos yeux s’offre tout d’abord

Une fille du monastère.

Prés des flots, sourde à leurs rumeurs,

Elle dormait sous un platane…

Dans la galère capitane

Nous étions quatre-vingts rameurs.

*

– La belle fille, il faut vous taire,

Il faut nous suivre. Il fait bon vent.

Ce n’est que changer de couvent.

Le harem vaut le monastère.

Sa hautesse aime les primeurs,

Nous vous ferons mahométane…

Dans la galère capitane

Nous étions quatre-vingts rameurs.

*

Elle veut fuir vers sa chapelle.

– Osez-vous bien, fils de Satan ?

– Nous osons, dit le capitan.

Elle pleure, supplie, appelle.

Malgré sa plainte et ses clameurs,

On l’emporta dans la tartane…

Dans la galère capitane

Nous étions quatre-vingts rameurs.

*

Plus belle encor dans sa tristesse,

Ses yeux étaient deux talismans.

Elle valait mille tomans ;

On la vendit à sa hautesse.

Elle eut beau dire : Je me meurs !

De nonne elle devint sultane…

Dans la galère capitane

Nous étions quatre-vingts rameurs.

We’re bearing fivescore Christian dogs

To serve the cruel drivers:

Some are fair beauties gently born,

And some rough coral-divers.

We hardy skimmers of the sea

Are lucky in each sally,

And, eighty strong, we send along

The dreaded Pirate Galley.

*

A nunnery was spied ashore,

We lowered away the cutter,

And, landing, seized the youngest nun

Ere she a cry could utter;

Beside the creek, deaf to our oars,

She slumbered in green alley,

As, eighty strong, we sent along

The dreaded Pirate Galley.

*

„Be silent, darling, you must come–

The wind is off shore blowing;

You only change your prison dull

For one that’s splendid, glowing!

His Highness doats on milky cheeks,

So do not make us dally“–

We, eighty strong, who send along

The dreaded Pirate Galley.

*

She sought to flee back to her cell,

And called us each a devil!

We dare do aught becomes Old Scratch,

But like a treatment civil,

So, spite of buffet, prayers, and calls–

Too late her friends to rally–

We, eighty strong, bore her along

Unto the Pirate Galley.

*

The fairer for her tears profuse,

As dews refresh the flower,

She is well worth three purses full,

And will adorn the bower–

For vain her vow to pine and die

Thus torn from her dear valley:

She reigns, and we still row along

The dreaded Pirate Galley.

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