Tag Archive: Liebe



Dieter Wegenschimmel und Barbara Rupp

Dieter Wegenschimmel und Barbara Rupp
(Foto: Niki Witoszynskyj, mehr Musik: Klick aufs Bild)

Im Schluwi kann man nicht nur essen, trinken, Schmäh führen, mono-, dia- und multilogisieren, nein, man kann sich auch verlieben. Darüber berichten wir als Qualitätsmedium im Normalfall nicht.

Im Fall von Barbara Rupp und Dieter Wegenschimmel schaut das freilich anders aus. Die haben nämlich am vergangenen Freitag geheiratet, und zwar auf dem Schloss Wilheminenberg unter blauem Himmel und in Anwesenheit einer Schluwidelegation.

Wir wünschen dem Paar alles erdenklich Schöne und widmen ihm das folgende Video:

Your faith was strong but you needed proof
You saw her bathing on the roof
Her beauty in the moonlight overthrew you
She tied you to a kitchen chair
She broke your throne, and she cut your hair
And from your lips she drew the Hallelujah

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Eine Altwiener Geschichte aus der Wieden von Franz Gräffer

Putten von Matscheko und Schrödl (1898), Wiedner Hauptstraße 14, Foto: Buchhändler - Creative Commons

Der junge Tuttifrutti und die junge Fruttitutti waren rasend in einander verliebt. Nun hätte man glauben sollen, daß schon die Alliteration ihrer Nahmen sie für einander bestimmt; aber dieser läppische Grund bewährte sich nicht.
Tuttifrutti und Fruttitutti wurden durch die Macht der Verhältnisse grausamlich auseinander gerissen. Tuttifrutti mußte in das weite Rußland hinein heirathen; Fruttitutti mußte in das enge Portugal hinaus heirathen.
Fünfzig Iahre hatten sie nichts von einander gehört; aber während dieser Zeit blieben sie nach wie vor dennoch rasend in einander verliebt, obschon Beyde recht glücklich hinein und hinaus verheirathet waren.
Tuttifrutti dachte täglich mit enormer Sehnsucht an Fruttitutti; Fruttitutti dachte täglich mit enormer Sehnsucht an Tuttifrutti. Schönes und seltenes Zeichen der Treue!
Eines Tages, was geschieht? Es war den 17. September. An einem 17. September erhält Fruttitutti aus St. Petersburg ein Schreiben ihres Tuttifrutti mit der Nachricht, daß seine Gattinn das Zeitliche gesegnet; und an demselben 17. September erhielt Tuttifrutti aus Lissabon ein Schreiben seiner Fruttitutti mit der Nachricht, daß ihr Gatte das Zeitliche gesegnet.
Eines andern Tages, was geschieht? Es war gerade zwey Monathe darauf; es war den 17. November. An einem 17. November kommt von Tuttifrutti in St. Petersburg an Fruttitutti in Lissabon ein Brief mit der Einladung, sich den 17. Iänner künftigen Iahres im Gasthaus zum „rothen Rössel“ auf der Wieden in Wien einzufinden; man werde sich dann endlich heirathen, und endlich mit einander glücklich seyn. An demselben 17. November kommt von Fruttitutti in Lissabon an Tuttifrutti in St. Petersburg ein Brief mit der Einladung, sich den 17. Iänner künftigen Iahres im Gasthaus zum „rothen Rössel“ auf der Wieden in Wien einzufinden; man werde sich dann endlich heirathen, und endlich mit einander glücklich seyn. Das stand ganz wörtlich genau in dem einen wie in dem andern Briefe, was deutlich genug anzeigt, welch erstaunliche Sympathie in Fruttitutti und Tuttifrutti herrschte; welcher Emklang der Gefühle, welche Übereinstimmung der Formen ic.! Und das Alles noch nach vollen fünfzig Iahren! Beyspiellos!
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