Tag Archive: Skurriles



Ein Nachtrag zur Kreativaufgabe vom Oktoberquiz (erfundene österreichische Phobien). Die folgenden Ängste haben sich nicht die Schluwigäste ausgedacht:

  • In höheren Kirchenämtern sollte man nicht unter Papaphobie (Angst vorm Papst), Porphyrophobie (Angst vor der Farbe Purpur) oder Erythrophobie (Angst vor dem Erröten oder der Farbe Rot) leiden. Pentheraphobie (Angst vor der Schwiegermutter) schadet hingegen nicht, und Gnosiophobie (Angst vor Wissen) sowie Hadephobie (Angst vor der Hölle) gehören zur Job Description. (Foto: Anna Gordijewska – CC)

    Bogyphobie: Angst vor Kobolden
  • Coitophobie: Angst vor Geschlechtsverkehr
  • Coprastasophobie: Angst vor Verstopfung
  • Didaskaleinophobie: Angst vor Lehrern
  • Ergophobie: Angst vor Arbeit
  • Gymnogasterphobie: Angst vor nackten Bäuchen
  • Hippopotomonstrosesquippedaliophobie: Angst vor langen Wörtern
    Die Flusspferdmonstereineinhalbfussangst ist natürlich ein Witz, der Form und Inhalt zur Deckung bringen will.
    Die tatsächliche wissenschaftliche Bezeichnung Sesquipedalophobie ist jedoch auch nicht wirklich geeignet, Betroffene zu beruhigen…
  • Lachanophobie: Angst vor Gemüse
  • Mycogalactophobie: Angst vor Schimmelkäse
  • Oenophobie: Angst vor Wein
  • Paraskavedekatriaphobie: Angst vor Freitag, dem 13.
  • Phronemophobie: Angst vorm Denken
  • Plutophobie: Angst vor Reichtum
  • Pogonophobie: Angst vor Bärten
  • Teutophobie: Angst vor allem, was deutsch ist
  • Trichopathophobie: Angst vor behaarten Dingen
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1. Die Niederlage

Am Morgen des 28. Oct. aber eilte Alles mit frischen Kräften zum neuen Kampfe. Gegen 10 Uhr Vormittags wurde der Angriff zugleich aus alle Linien der Stadt mit einer furchtbaren Kanonade eröffnet und Bomben in die Vorstädte, namentlich Wieden und Landstraße, geworfen, die auch bald in Flammen standen. Der Geschützdonner wurde bald so heftig, daß die Fenster in der Stadt sprangen und die Häuser erbebten. Mit Heldenmuth wurde überall gekämpft und der Tod nicht gescheut; wo ein Kämpfer stürzte, drängte sich auch schon ein anderer an seine Stelle; der Tod hielt eine furchtbare Ernte, besonders die Garden und Arbeiter, die wie Verzweifelte kämpften, wurden hart mitgenommen. Die Uebermacht des Militärs war zu groß und ein Häuslein nach dem andern mußte weichen, nachdem es vorher manchen braven Kamerad verloren, aber auch manchen Feind niedergestreckt hatte. Die Linien wurden endlich nach einem fürchterlichen Blutbad von dem Militär an verschiedenen Punkten gestürmt und nun begann der Kamps in den Straßen hinter den Barrikaden, gegen welche der Feind ein zerstörendes Kanonenfeuer eröffnete, während Bomben aus die Universität geworfen und die Vorstädte mit Granaten, Raketen und Shrapnels fast überschüttet wurden, wodurch viele Straßen in Brand geriethen und die Bewohner derselben entweder von den einstürzenden Häusern erschlagen oder von den Kanonenkugeln zerrissen wurden.

Illustration von Weld Taylor, in: Henry John Coke: Vienna in 1848, London 1849, S.34

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Am 15. August erinnern wir uns daran, dass Maria als Patronin der Astronauten1) 2) 3) diesen schon vor langer Zeit vorangedüst ist. Von dem Ereignis gibt es leider keine Aufnahmen.
Daher trösten wir euch mit einer kleinen Sammlung unserer allerliebsten Gespensterfotos.

1) Politische Korrektur: …und Astronautinnen
2) Politische Korrektur 2: …und Kosmonauten und Kosmonautinnen
3) Politische Korrektur 3: …und Taikonauten und Taikonautinnen

 

Ein Lehrer ist kein Hamster


Das Schuljahr geht zu Ende. Aus diesem Anlass möchten wir die durch Fauna und Flora schweifenden Gedanken des Wiedner Gymnasialdirektors Dr. Valentin Teirich zum Schulschluss 1857 wiedergeben:

„Ihnen, meine wackern Kollegen, Ihnen zu danken, finde ich kaum Worte; nur wir wissen, was wir einander waren, wie wir uns brüderlich in Mühe und Arbeit getheilt, jeder selbst auf der eigenen Bahn vorwärtsstrebend und zugleich auch den andern auf der ihrigen vorwärtshelfend; dieses stille, freudige, tiefsinnige Bewusstsein ist das schönste, es ist der einzige Lohn des Lehrers; er ist kein bunter Falter, dessen Fittige der schillernde Staub des Ruhms schmückt, er ist kein Hamster, der nur für die eigene Speisekammer zusammenträgt, er ist wie die bescheidene Seidenraupe, die still und unbemerkt den kostbaren Stoff webt, aus dem die die Menschheit sich ihre herrlichsten Kleider bereitet. (…)

Das vergangene Jahr hat uns wohl auch manche herbe Prüfung auferlegt. Die Schule, welche ihren Zöglingen jenes wundervolle Bild von Ordnung und Gesetzmäßigkeit entrollt, das sich in der Natur offenbart, die Schule, welche den heranwachsenden Menschen daran gewöhnen soll, immerund überall im Leben Gesetz und Ordnung zu achten, muß beides auch in ihrem engern Kreise aufrecht erhalten; es ist die erste heiligste Pflicht des Lehrers, der Gerechtigkeit, wenn auch mit schwerem Herzen, ihren Lauf zu gönnen; wo wir gestraft, da haben wir strafen müßen, so gerne wir auch geschont hätten. Eben weil der Gärtner seine Blumen liebt, darf er des Unkrauts nicht schonen; es ist nicht der Hass gegen dieses, es ist die Liebe für seinen schönen duftenden Garten, die ihm dabei die Hand führt.“

(Quelle: Zweiter Jahresbericht über die Wiener Kommunal-Oberrealschule in der Vorstadt Wieden, Wien 1857)

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