Margareten ist seit 150 Jahren ein eigenständiger Bezirk. Er wurde mit Beschluss vom 2.8.1861 vom 4. Bezirk abgetrennt, weil die bürgerlichen Bewohner der vormaligen Vorstädte Wieden und Schaumburgergrund nichts mit den Arbeitern und Habenichtsen in den anderen eingemeindeten Vorstädten zu tun haben wollten.
Diese wurden selbstverständlich nicht gefragt: Wie Klusacek/Stimmer berichten, durften 1850 gerade 6.000 Wahlberechtigte Wiens ersten Gemeinderat wählen. Die offizielle Einwohnerzahl betrug 400.000. Selbst das war Kaiser Franz Joseph I zu demokratisch. Er hob bereits 1851 das Gemeindegesetz wieder auf und durfte in der Folge selbst neue Gemeinderäte ernennen.
Am 8. Oktober 1861 legte der Gemeinderat nach langem Streit den Verlauf Bezirksgrenze zwischen dem 4. und dem 5. Bezirk fest. Margareten bestand somit aus den Vorstädten Hundsturm, Hungelbrunn, Laurenzergrund, Margarethen (alte Schreibung), Matzleinsdorf, Nikolsdorf und Reinprechtshof.

Der Margaretenhof um 1900, Bild: Österreichische Nationalbibliothek

Der Bezirk wurde in der Folge zwei Mal verkleinert:

  • 1874 kam der Bezirksteil südlich des Gürtels zum neuen 10. Bezirk
  • 1907 ging der Bezirksteil westlich des Gürtels an den 12. Bezirk

Literatur
Christine Klusacek / Kurt Stimmer: Margareten, Wien 2002
Link
Bezirksmuseum Margareten

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