Im Roten Wien (ab 1918) hatte der Kampf gegen die Wohnungsnot Priorität:

  • 1917 hatten 95% der Wiener Wohnungen keine eigene Wasserleitung.
  • 1917 verfügten 92% der Wiener Wohnungen über kein eigenes Klosett.
  • Die hohen Mieten der Zinshäuser verschlangen rund ein Viertel des Arbeiterlohns und brachten den Hausherren Renditen bis zu 25 %. Im Durchschnitt waren diese Wohnungen 20m2 groß.

Metzleinstaler Hof, 1923, Foto: Bezirksmuseum Margareten

Bis 1938 errichtete die Stadt 64.000 Wohnungen. Der erste Gemeindebau steht am Margaretengürtel 90–98. Die Wohnungen im Metzleinstaler Hof (1920 , zweiter Teil 1924) hatten, entsprechend den Ideen des Sozialen Wohnbaus, echte Fenster in allen Räumen (also keine Gangfenster oder Fenster in Lichthöfe).
Revolutionär waren die sozialen Einrichtungen des Gebäudes wie die Waschküche, das Tröpferlbad (Badeanstalt), ein Kindergarten, eine Bibliothek und eine Lehrlingswerkstatt.

Alte Ansicht des 1924/26 errichteten Reumannhofs am Margaretengürtel 100–110

Literatur
Wolfgang Speiser: Paul Speiser und das Rote Wien, Wien-München 1979
Link
Dagmar Schulz: Das Rote Wien – Sozialer Wohnbau (Powerpoint)

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